Die manuelle Therapie dient in der Physiotherapie zur Behandlung von Funktionsstörungen des Bewegungsapparates (Gelenke, Muskeln und Nerven), diese beinhaltet Untersuchungs- und Behandlungstechniken in einem. Unser modernes Leben führt zu Bewegungsmangel, Fehlbelastungen und schlussendlich zu Fehlstellungen der Wirbelsäule und des Beckens. Dies kann Ursache der meisten Rückenprobleme aber auch anderer Beschwerden sein. Insbesondere manifestiert fast jeder einen Beckenschiefstand, der ursächlich auf eine Fehlstellung in einem oder mehreren Beingelenken (Hüft-, Knie- und Sprunggelenk) zurückzuführen ist und sich auf der betroffenen Seite in einem scheinbar längeren Bein darstellt. Folgeschäden eines Beckenschiefstandes sind Skoliosen der Wirbelsäule sowie Wirbelverschiebungen im Lenden-, Brust- und Halswirbelbereich mit der drohenden Spätfolge von Bandscheibenvorfällen.

Die osteopathischen Erkenntnisse, dass an jedem Wirbel und dem dazugehörigen Rückenmarkssegment (Abschnitt) ein Bezug zu bestimmten Organen besteht, bedeuten, dass es bei Schäden an diesen Strukturen zu Störungen der Organfunktion kommt, die dann wiederum Grundlage einer Krankheitsentstehung sind.

Dem Wissen der Chinesischen Medizin, speziell der Akupunktur- und Meridianlehre, dass die Steuerung der Organfunktion, auch untereinander, über das vegetative (willentlich nicht beeinflussbare) Nervensystem stattfindet und abgeglichen wird und der neuen Erkenntnis der manuellen Therapie, dass auch über das vegetative Nervensystem Schmerzen entstehen können, in Form eines Meridianschmerzes. Beim Meridian handelt es sich um eine real existierende Struktur unseres Körpers, den Gefässnervenstrang, einem Geflecht von sympatischen und parasympatischen Nervenfasern, das netzartig um die Blutgefässe herum zu finden ist.

Die manuelle Therapie hat es geschafft, westlich-naturwissenschaftliche Erkenntnisse mit dem Wissen anderer Völker und Kulturen so zu vereinen und zu kombinieren, dass eine eigenständige neue Therapie entstanden ist, deren Effizienz in der Behandlung von Schmerz-, inneren Organ- und neurologisch-psychischer Erkrankungen unerreicht ist.

Dabei ist die Erkenntnis wichtig:

Nicht das kürzere, sondern das längere Bein ist der krankhafte Befund.